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News vom 11.06.2010

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4 Rennen, 5. Tag

Heute richtig Druck in der Luft. Schon kleine Schaumkronen im Hafen. Allenthalben hektischer Segelwechsel. Mit Hinblick auf unser ! optimales ! Mannschaftsgewicht verfügen wir nur über Medium Segel, also fällt das bei uns aus.

Frühes Auslaufen. Wind geht eigentlich, aber heftige Welle. Und seit Flensburg wissen wir ja, dass man mit der ausgebaumten Fock einen Stecker fahren kann und die Pieke dann den Mast brechen kann, also Vorsicht.

Aber hält der Wind? Macht nicht so den Eindruck. Schön drehig, na dann viel Spaß bei den Startübungen.
Um den geneigten Leser nicht zu langweilen, es waren dann 3 Startversuche während derer der Wind um insgesamt 100° nach rechts, beim 4. Versuch schieden wir dann spektakulär aus.

In diesen fußballträchtigen Zeiten gab es eine Neuauflage des Klassikers Ungarn ./. Deutschland nur leider gewann diesmal Ungarn. In dem ein freundlicher (hinterher) Mensch aus der Pußta   in der Vorstartphase ohne Vorfahrt seinen Bug in unsere Bordwand rammte.  Spitz gegen weich. Mit Schwung. Mit viel Schwung.

Das Ergebnis war und ist leider final – ein etwa DIN A3 großes Loch an der Steuerbordseite etwa 0,5 hinter dem Bug.

GAME OVER !

Karsten kümmert sich noch geistesgegenwärtig um das Formale: brüllt Protest und reklamiert dies noch an einem Jury – Boot. Die Flagge setzen wir erst nach dem wir am Haken hängen.

Der Rest ist schnell erzählt unter Blaulicht wurden wir in den Hafen geschleppt. Christian weit hinten sitzend, Karsten komplett auf dem Heck, weil wir deutlich merkten, wie Wasser in das Fenster am Bug drang und die Yacht deutlich tiefer gelegt war. Im Hafen angekommen stand schon ein freundlicher Italiener mit der Hand am Kranhaken und wir wurden sofort rausgeliftet. Uns soll noch einmal jemand etwas über italienische Organisation erzählen. Die haben das voll drauf, zwar immer ein Hang zur großen Oper, aber das Auge will ja auch was haben.

Uns geht’s miserabel.  Boot wird auf seinen Landliegeplatz geschoben und erzielt mit seinem Platz in erster Reihe ungeahnte Berühmtheit. Wir sind die Fragerei wer den Schuld sei bald leid und notieren den Sachverhalt mit einem Edding gleich neben dem Schaden.

Viele gut gemeinte Ratschläge zur Reparatur erhalten wir, aber nur ein Telefonat mit Folli dem Hersteller unseres Bootes hilft wirklich weiter. Das Boot läßt sich nur vernünftig in der Werft (in der Form)  reparieren. Folli kommt am nächsten Tag nach Viarregio, dann können wir die Details besprechen.

Inzwischen landet auch der Ungar an, gibt auch alles zu und entschuldigt sich vielfach. Glücklicherweise mußten wir alle vor dem Start unsere Versicherungspolicen hinterlegen. Er ist bei Pantaeneus versichert – leichtes Aufatmen auf unserer Seite.

Abends dann noch die Protestverhandlung. Der Steuermann hat hierzu keine Nerven mehr, und lässt die Crew die Verhandlung führen, deshalb wechselt an dieser Stelle der Chronist.

Wohlan: Es sit schnell erzählt, wenn es kracht und der Verursacher die Schuld einräumt. Putziges Detail: In Anbetracht der Tatsache, dass das Schiff „was in danger to sink“, wird die angelegenheit verhandelt OBWOHL wie erst verspätet die

Protestflagge zogen. Also wer immer versenkt wird: Vergesst die Protestflagge nicht!

Zweites Detail. Aus unserem laufenden Countdown-Timer zurückgerechnet ergab sich für den Crash die Uhrzeit von 14:55. Das Rennen beginn formal mit dem 4-Minuten Signal, Start war um 15:00. 14:55 waren wir also nicht im Rennen, sondern vor dem Rennen. Ergo: Keine Bestrafung für unseren Protestgegner und Schadensverursacher.

Aufräumen, einpacken. Der Rest ist Schweigen und YMP (yachts middle points, also eine Anrechnung unseres bisherigen Punkteschnitts auf den Rest der Wettfahrten.