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News vom 09.06.2010

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1. Großer Renntag

Steuermann unerwarteter Maßen gut geschlafen, Vorschoter kämpfte mit dem Knoblauch vom Abendessen, kurz + zusammenfassend  gesagt: er  hat schlecht geschlafen.

Nach gesundem Frühstück ab in den Hafen. Auf der Fahrt dahin bunkert Karsten erst einmal zwei Six-Packs an Wasserflaschen aus dem „Pam“ – der sichert hier vor Ort unsere Versorgung – um nicht der zweiten möglichen Todesursache zum Opfer zu fallen – der dabei auch noch erstandene Rotwein ist wohl  für das Apres Sail gedacht.

Im Sailors Village angekommen, haben wir wohl offenkundig den Holgi gemacht, kaum einer da, wir einer der  Ersten am Boot. Theoretisch könnten wir uns mit dem Riggen unsres Reservemastes beschäftigen, aber irgendwie wirkt der Erholungsfaktor: wir beschließen heute wird der Mast nicht brechen. Karsten tüdelt noch die Fockfeineinstellung um und dann ab aufs Vorschiff: „ Bella Figura“.

Jesper entscheidet sich zum Angeln und ist überglücklich als ein Eimer aus dem Hafenbecken „geangelt“ werden kann. Befürchte nur den Eimer lässt er nicht mehr los und der fährt auch noch mit nach Hause !?! Der Hafen füllt sich und das Treiben um uns wird geschäftiger. Also gut auch wir messen sicherheitshalber noch einmal das Rigg durch. Gut so, konnten doch noch einiges korrigieren, nun aber schnell ab aufs Vorschiff und wieder „Bella Figura“.

Entgegen aller Unkenrufe ist ja alles hier perfekt organisiert, jedes Boot hat eine Bugnummer, jedem Boot ist ein Stegplatz zugewiesen, wie auch dem Trailer ein Stellplatz. Alle akkurat beschriftet und erstaunlicherweise hält sich auch jeder daran. Selbst die Auslaufzeiten sind festgelegt, in täglichem Wechsel gerade und ungerade Bugnummern, jeweils vor 11:45 Uhr oder danach.

Leider gibt es keine Hinweise darauf ob das heute auch gilt, da wir heute erst um 14:00 Uhr starten. Die anderen Tage um 13:00 Uhr. Wir harren der Dinge und Christian interviewt erst einmal Deutschlands Hoffnung für Olympia was denn so angesagt ist. Erwartungsgemäß wechselnde Ansagen. Monika merkt an sie hätte jetzt schon ganz viel im Neo gesehen, ob wir denn nicht auch einmal los wollten. OK! Dafür sind wir ja dann wohl hier.

Ausgelaufen!  Monika + Jesper stehen an der Hafenmole, machen ein paar Photos und winken noch einmal.

Perfekt! Wind passt. Karsten kann voll hängen und falls ich es vergessen haben sollte: die Sonne brennt wieder gnadenlos vom Himmel. Aber Herr Morf trägt heute Hut und ist voll des Lobes über die Neuinvestition. 

 (Anmerkung des Hutträgers: während der Herr Müllejans sich mit seiner schneidigen Basecap die Ohren verbrennt)
Noch relativ wenig los auf dem Mare Nostrum. Aber die Trainer flitzen schon wieder eifrig über das Wasser und scharen Ihre Schützlinge um sich.

Auch wir spulen unsre Programm ab: Kreuzen, Kompass einstellen, Windrichtung etc. – Gut das muß reichen. Inzwischen ein imposantes Bild an Segeln auf dem Wasser. Getreu unserer Aufgabenteilung hat sich Karsten in die Segelanweisung eingearbeitet und rezitiert  nun daraus: die Startlinie wird zwischen drei Booten gebildet, die gleichzeitig alle Signale geben sollen.

Das macht uns skeptisch – wir sind uns aber einig, dass gibt mindestens 3 Startversuche.

Nun mal die Startlinie abfahren. 10 min brauchen wir dafür. Für uns Beide die Größte die wir je erlebt haben.

Das wird was werden. Karsten hat aber schon beim Rausfahren die Grundtaktik festgelegt: hier geht es nur über Rechts. Also ganz Rechts starten, Rechts bleiben und Gas geben.

(Anmerkung des Taktikers: Hier fängt das Anfahren an die Tonne auf Bb Bug bereits vorm Start an)

Plötzlich Signale, aber nur vom mittleren Schiff, wir sind aber wie geplant am rechten Schiff, hören kaum was und sehen vor allem nichts. Also ab in die Mitte. Zeit genommen und zurück auf halbem Weg, noch 20 sec, also Wende und los. Erstaunlich viel Platz hier und wir umgeben von seglerischer Prominenz, kann nicht so schlecht sein. Bevor wir richtig los fahren, kommt schon das „Safety Boat“ mit der Abbruch Flagge. Das war er also der erste Streich.

Startverschiebung, aber wieder nur auf dem mittleren Boot. Allen wird klar Signale könne wir nur vom mittleren Boot erwarten, also knubbelt sich jetzt hier alles. Wir bleiben in Luv und harren der Dinge. Dann endlich es geht wieder los: Signal, Fahne wir wissen wo dran wir sind und ab nach Rechts, direkt neben das rechte Schiff. Auch hier erstaunlich wenig los.

Startschuss, los geht’s klappt gut, direkt am Schiff tut sich ein Fenster auf, wir da rein und an die Kreuz. Vor uns Robert Scheidt, der fährt gleich in Windrichtung und uns auf und davon. Karsten motiviert seinen Steuermann in dem er darauf hinweist, dass man wohl nicht erwarten könne, mit solchen Menschen mitzufahren. Na ja aber auch bei uns findet sich der Rhythmus: die Hulk fährt gut. Kann Einige abknippsen, so dass sie wegwenden müssen und wir auf dem Weg nach Rechts. Karsten hängt, sieht nicht viel, geschweige denn die Luv Tonne. Ich aber auch nicht. Aha da hinten scheint was zu sein, massive Ansammlung von Trainer Booten und dazwischen ein Punkt der wohl die Tonne seien könnte, sieht eigentlich ganz gut aus für uns. Umlegen und Anlieger zur Tonne.

Mist, hier geht langsam das Licht aus, der ein oder andere Vorschoter jetzt schon in Lee und immer mehr Boote von links kommend. Beruhigend nur das immer mal wieder ein Prominenter auftaucht.

Steuermann denkt/hofft das geht noch gut. Vorschoter merkt an: das war wohl nichts. Christian will weiter nach Luy, Karsten meint man könne die Tonne doch anliegen. Leider kippt der Wind 200m von der Tonne weg und wir hätten die Höhe gebrauchen können. Tonne erreicht. Und nun auf einen endlosen Vorwindgang.

Unten die Standardfrage rechte od. linke Tonne. Entgegen dem Tagesmotto: Rechts, wir  schön frei links rum. Aber auf der Kreuz wieder Tendenz rechts. Nur nicht den gleichen Fehler wie auf der Startkreuz, schön viel Höhe mitnehmen. Gelingt diesmal perfekt. Wind kippt wieder weg, wir haben genug Höhe und kommen gut an der Tonne vorbei. In Lee parkt ein Japaner, an dem vorbei und gleich um die 1 B gehalst. Hätten wir mal besser nicht gemacht, war zwar ein perfektes Manöver aber in Luv von uns eine Wand an Segeln – kurz gesagt wir fahren nicht los. Zurück gehalst. Das hat gekostet. Jetzt kommt noch ein Ukrainer von hinten angeheult und lässt uns stehen. Jetzt reichst! Noch steht Karsten neben dem Mast, der Ukrainer liegt auf dem Vorschiff. Wir sind ja zum Lernen hier, also Karsten legt sich auch hin und es fährt. Inzwischen schon 3 h unterwegs. Irgendwie finde ich den Rhythmus, arbeite viel mit Schot und Kicker und es läuft.
Zieldurchgang!

Platz ? Karsten versucht zu zählen, kommt auf 45 hinter uns – naja vielleicht doch zweistellig?

Alles in allem ein zähes Rennen, Wind an der Luvtonne deutlich zu schwach, Stauungseffekte oder lokale Schwankung, 3,5 Std für ein Rennen ist dafür echt was für die Großen. Fazit: Auf Phänomene, die sich aus dem Riesenfeld ergeben achten, Boot fährt ja ganz ordentlich, also noch mehr auf Taktik ein Auge haben.

Ab in den Hafen. Fock runter schön gerollt, plötzlich Motorboot und Trillerpfeife hinter uns. Rigoros hindern sie die hinter uns kommenden Boote in den Hafen einzulaufen, verstehe zu voll. Wir haben  Glück und dürfen einlaufen

Echte Organisationstalente die Italiener, wer hat sich in Kiel schon einmal darum gekümmert wie voll es im Hafenbecken ist..

Nun das übliche Prozedere: Boot fest, Segel rollen, abdecken, umziehen und schnell ein Blick ob wir Kontroll wiegen müssen - Nein -  dann Ergebnisliste.

Platz 75! Zufrieden stellen wir fest, da ist noch mehr drin.

Davon morgen mehr!

Christian & Karsten